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Nadine Henz | Ganzheitliche Psychologische Beratung | Coaching
Eifelstraße 64
50677 Köln
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Systemische Praxis Nadine Henz – Eifelstr. 64 – 50677 Köln
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Telefon: 01523 | 473 97 14
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Der automatische Angstkreislauf
Die Ursachen für Ängste sind immer individuell. Ebenso variieren das Empfinden, der persönliche Leidensdruck und die Bewältigungskapzität von Mensch zu Mensch.
Was sich jedoch bei allen Betroffenen gleichermaßen ereignet, ist eine Kettenreaktion von Nervenzellschaltungen. Diese Kettenreaktion beginnt mit einer Art „Fehl-Interpretation“ von einem oder mehreren Sinnesreizen. In dem Moment, indem wir etwas sehen, hören, riechen, fühlen oder schmecken, was unser Gehirn in der Vergangenheit mit Schmerz, Stress oder Überwältigung assoziiert hat, wird unser autonomes Nervensystem noch einmal in diese vergangene Erfahrung zurück katapultiert.
Die Folge: Unser autonomes Nervensystem schaltet in den Überlebensmodus (Kämpfen-Fliehen-Erstarren). In diesem Modus sind wir auf unsere Instinkte zurückgeworfen und können wenig bis gar nicht auf die Kompetenzen unseres Großhirns (logisch denken, verstehen, argumentieren, etc.) zurückgreifen.
Wir befinden uns im ältesten Teil des menschlichen Gehirns, dem Stammhirn.
HINWEIS: Unser Gehirn kann eine echte Gefahr nicht von der Vorstellung einer Gefahr unterscheiden. Es spielt daher keine Rolle, ob wir tatsächlich eine bedrohliche Situation erleben, oder ob wir uns diese „nur“ in Gedanken ausmalen. Was genau für den einen unter die Kategorie bedrohlich fällt und für den anderen eine absolute Lappalie darstellt, hängt von vielen verschiedenen Einflüssen ab.
Das Gehirn auf Vertrauen und Sicherheit „umprogrammieren“
Obwohl unser Gehirn kein Muskel ist, kann es ähnlich wie ein Muskel trainiert werden. Je mehr negative und sorgenvolle Gedanken wir denken, umso mehr neuronale Vernetzungen entstehen in unserem Gehirn. Wir können dementsprechend unser Gehirn auf Angst programmieren. So kann es schließlich passieren, dass angstbesetze Gedanken, Gefühle und körperliche Symptome auch außerhalb von konkreten Angstsituationen auftreten – also auch dann, wenn es keinen ersichtlichen Auslöser gibt. Zum Beispiel vor dem Einschlafen, im Urlaub oder in Momenten, wo wir versuchen uns zu entspannen.
Glücklicherweise funktioniert der Prozess auch andersherum: Je mehr positive, zuversichtliche und liebevolle Gedanken wir täglich denken, desto mehr neuronale Vernetzungen entstehen auch hier.
Unser Denken ist demnach einer der wichtigsten Einflussfaktoren, wenn es um einen neuen Umgang mit Angst geht. Denn es sind unsere Gedanken, die sich durch permanente (oft unbewusste) Wiederholung zu Überzeugungen entwickeln. Diese Überzeugungen rufen schließlich Gefühle in uns hervor, die sich so wahrhaftig und mächtig in unserem Körper präsentieren, dass wir glauben, diese Gefühle seien tatsächlich wahr. Auf Basis dieser Gefühle reagieren wir letzten Endes. Doch genau diese Gefühle dürfen wir verändern.

Anders fühlen lernen
Statt Angst, Unsicherheit, (Selbst-)Zweifel, Hilflosigkeit, Wut oder Überforderung dürfen wir lernen anders zu fühlen.
Doch das ist leichter gesagt als getan! Denn unsere Gefühle lassen sich leider nicht durch geistige Disziplin steuern. Wir können mit unserem Willen nicht machen, dass wir keine Angst mehr spüren!
Was wir allerdings wirklich machen können, ist, damit anzufangen, bewusste Entscheidungen zu treffen.
Wir können lernen zu entscheiden, welche Gedanken wir täglich denken wollen, wieviel Raum wir unseren Gedanken geben wollen und wie die Qualität unserer Gedanken aussehen soll.
Wie wollen wir über uns selbst und unsere Ängste denken? Nachsichtig, verständnisvoll, mitfühlend und ermutigend? Oder abwertend, streng, strafend und gemein? Wollen wir ungesunde Überzeugungen hinterfragen und lernen sie bewusst auszutauschen oder wollen wir lieber die alten Überzeugungen über uns selbst und das Leben behalten, weil sie uns im schmerzhaften, aber vertrauten Leid lassen?
Auf der gedanklichen Ebene haben wir im Gegensatz zur Gefühlsebene tatsächlich die Möglichkeit durch Disziplin und Übung etwas zu verändern.
Der Weg aus der Angst ist demnach ein sehr individueller Prozess, in dem wir neue gedankliche Strukturen aufbauen und dadurch neue Gefühle „produzieren“, die sich in unserem Körper dann anders anfühlen.
Dieser Prozess braucht erfahrungsgemäß einiges an Zeit und erfordert, dass wir unsere Art zu Denken überdenken, damit durch positives Gedankengut auch positive, zuversichtliche Gefühle entstehen, die uns dann wiederum ein ganz neues Spektrum an Reaktionen und Verhaltensweisen eröffnen.
Die verkörperte Angst: Das dysregulierte Nervensystem
In diesem Zusammenhang darf unser Körper natürlich nicht außer Acht gelassen werden. Jeder Mensch, der in seinem Leben schon einmal eine wirklich tiefe Angst gespürt hat, weiß: Angst sitzt in unserem Körper. Unsere Beine werden wackelig, die Kehle schnürt sich zu, wir fühlen uns wie gelähmt, zittern oder hyperventilieren. Unser System meldet Gefahr!
Viele erste belastende Gefahr-Erfahrungen oder vielmehr Gefahr-Bewertungen ereignen sich schon sehr früh (im Alter von 0-3 Jahren) und können von uns nicht erinnert werden. Die Erinnerung liegt im sogenannten impliziten Gedächtnis. Das implizite Gedächtnis speichert unsere traumatischen Erfahrungen und die damit einhergehenden unangenehmen Emotionen und körperlichen Stressreaktionen.
Wo einst unser Nervensystem ein zu intensives Gefühl von Hilflosigkeit oder Überwältigung aushalten musste, wird heute ein emotionaler Flashback erlebt.
Ein einzelner Sinnesreiz – bzw. die unbewusste Bewertung: Gefahr, die wir diesem Sinnesreiz zuschreiben – kann demnach heute dafür sorgen, dass wir dieselben bedrohlichen Gefühle von damals wieder erleben. 
(Bindungs-)Trauma & Co-Regulation
Dabei ist ein Aspekt im Hinblick auf unser Nervensystem besonders entscheidend:
Ein (Bindungs-)Trauma ist nicht das, was uns passiert, sondern das, was danach nicht passiert.
Es geht demnach nicht um das konkrete Ereignis, das uns früher möglicherweise traumatisiert hat, sondern um die innere Kapazität angemessen auf dieses Ereignis reagieren zu können.
Da Säuglinge und Kinder ihre Emotionen nicht selbstständig regulieren können, sind sie vollumfänglich von ihren Bezugspersonen abhängig.
Sind Eltern nicht in der Lage die Bedürfnisse ihres Kindes richtig zu erkennen und zu versorgen oder sind sie selbst gestresst, überfordert, (psychisch) krank oder (emotional) abwesend oder instabil, so kann sich dies ungünstig auf das Nervensystem ihres Kindes auswirken.
Wenn wir als Kinder (wiederholt) mit sehr unangenehmen Empfindungen in Kontakt kommen (z.B. Verzweiflung, Hilflosigkeit, Ohnmacht) benötigen wir unsere Eltern (oder enge Bezugspersonen) die uns durch ihren liebevollen (Körper-)Kontakt helfen, diese Empfindungen zu integrieren.
Diesen Vorgang nennen wir Co-Regulation. Bleibt diese Co-Regulation jedoch (wiederholt) aus, kann das Nervensystem die emotionale Spannung nicht richtig abbauen und die belastende Empfindung wird als Fragment in der Erinnerung gespeichert.
Ein dysreguliertes Nervensystem kann daher die Folge eines (mehrfach) unbeantworteten Gesuchs nach Nähe, Halt und liebevoller Geborgenheit sein.

Leider mussten viele Kinder damals schmerzlich feststellen, dass ihre Verbindungsversuche wiederholt gescheitert sind. Vielleicht wurden sie ignoriert oder zu schnell „abgespeist“. Vielleicht war es auch so, dass ihre Eltern ihnen vermittelt haben, dass sie mit ihren Empfindungen nicht in Ordnung sind. Möglicherweise wurden sie sogar beschämt, emotional, verbal oder physisch angegriffen, wenn sie ängstlich, wütend, traurig oder überfordert waren.
Sie haben in solchen Momenten nicht so funktioniert , wie erwünscht. Ihre Emotionen und ihre Unfähigkeit sich selbst zu regulieren waren unbequem. Möglicherweise spiegelten sie den eigenen Eltern in solchen Momenten deren eigene Unfähigkeit mit unangenehmen Gefühlen umzugehen.
Was passiert mit Kindern, die zu wenig Co-Regulation erfahren haben?
Diese Kinder haben sich oft zu Erwachsenen entwickelt, die sich tief im Inneren danach sehnen, sich endlich fallen lassen oder endlich „locker lassen“ zu können. Doch ihr Nervensystem hält den alten Schmerz in Form eines Panzers fest und versucht durch komplexe Bewältigungsstrategien wie Über-Performen, Funktionieren, Intellektualisieren, zu viel Verantwortung übernehmen , Zweifeln, Wachsam sein und Kontrollieren eine Wiederholung dieses Schmerzes zu vermeiden.
Oft tragen Betroffene die (unbewusste) Überzeugung in sich:
„Wenn ich nicht aufpasse, dann passiert etwas Schlimmes.“ Das heißt für das Nervensystem übersetzt: „wenn ich mich entspanne, ist es gefährlich!“

Selbstbeelterung (Re-parenting)
Daher ist es unbedingt notwendig, die Selbstregulation von herausfordernden Empfindungen im Erwachsenenalter nachzulernen und dem Körper durch bewusste Hinwendung Gefühle von Geborgenheit, Sicherheit und Schutz zu vermitteln. So kann unser Urvertrauen zum Teil „nacherlernt“ werden. Sich selbst und dem eigenen Körper das zu geben, was damals nicht gegeben werden konnte ist ein wesentlicher Schritt auf dem persönlichen Heilungsweg. Dieser Prozess gestaltet sich langsam. Es braucht viel Geduld, Nachsichtigkeit und Milde, um bei körperorientierten Verfahren nicht den Mut zu verlieren. Das innere Gefühl von Entspannung und Sicherheit kann sich leider nicht so schnell einstellen, wie unser Verstand es gern hätte. Kontinuität, Achtsamkeit, Selbst-Mitgefühl und Durchhaltevermögen sind demnach wichtige Ressourcen.
Aller Anfang: Ängste annehmen und einen inneren safe space schaffen
Viele Menschen denken, sie seien „verrückt“ oder krank, weil ihre Angst so einen starken Einfluss auf ihr Leben hat. Sie verstehen nicht, warum es ihnen trotz ihres Wissens nicht gelingt die Angst „in den Griff zu kriegen“. Durch diese Haltung bauen sie immer mehr inneren Druck auf und können weder sich selbst, noch die eigenen Ängste annehmen.
Oft entspringt diese Haltung genau der Erfahrung, die Sie früher in diesem Zusammenhang mit Ihren Eltern/Bezugspersonen verankert haben. Nämlich: Du bist nicht ok, wenn du so fühlst! = Du darfst so (z.B. ängstlich) nicht sein!
Diese verinnerlichte Haltung erzeugt einen massiven inneren Konflikt und gleichzeitig einen Widerstand. Dieser verstärkt dann die Angstsymptome und den persönlichen Leidensdruck zusätzlich. Das Nervensystem kann noch weniger entspannen.
Es gibt viele hilfreiche Methoden für den Umgang mit Ängsten. Doch fernab von jeder Methodik ist das Fundament die radikale Annahme von allem, was wir gerade erfahren. Erst, wenn wir den eigenen Widerstand gegen unsere Angst loslassen können, kann eine andere Sicht und ein anderer Umgang mit unserer Angst entstehen. Dazu benötigt es jedoch auf der Beziehungsebene liebevolle Geborgenheit. Wenn wir uns in Momenten der Angst sanftmütig, freundlich und aufbauend begegnen, kann es leichter werden. Denn, wir brauchen uns als stärkste verbündete Person auf diesem Weg, damit wir in uns selbst einen safe space erschaffen können, der uns trägt, hält und immer wieder auffängt.

Hilfe bei Ängsten und negativen Gedanken in Köln
Wollen Sie gerne öfter mal die Pause Taste in Ihrem Gedankenfilm drücken? Und wollen Sie nicht mehr länger versuchen alles zu kontrollieren, um danach schmerzlich feststellen zu müssen, dass sich das innere Gefühl von Unsicherheit und Angst dadurch kaum verändert?
Dann freue ich mich darauf, gemeinsam mit Ihnen folgende Fragen zu erörtern:
- Welche Ängste zeigen sich (vermehrt) in meinem Leben?
- Sind mir Ursachen und Zusammenhänge bekannt?
- Treffe ich meine Entscheidungen möglicherweise oft einseitig aus dem Kopf heraus?
- Kann ich meine Bedürfnisse und Gefühle wahrnehmen und ausdrücken?
- Wer und/oder was gibt mir in meinem Alltag das Gefühl von Sicherheit?
- Sind meine Beziehungen (Familie, Partnerschaft, Freundschaft) sichere Orte für mich?
- Was bedeutet Vertrauen für mich? Wem vertraue ich?
- Kann ich mich abgrenzen, oder bin ich auf Grund meines schlechten Gewissens immer in einem inneren Konflikt gefangen?
- Welche Situationen vermeide ich so gut ich kann?
- Wie fühlt es sich an, wenn ich Kritik, Unverständnis oder Ablehnung erfahre?
- Wann und wo fühle ich mich entspannt ? Gibt es Orte oder Tätigkeiten, die mich entspannen?
- Wie verhalte ich mich für gewöhnlich, wenn meine Angst mich fest im Griff hat?
- Wie gehen meine Mitmenschen mit mir um, wenn ich durch meine Angst beeinträchtigt bin? Wie gehe ich mit mir selbst um?
- Welche Versuche habe ich bisher unternommen, um mit meiner Angst umzugehen? Welche davon waren hilfreich, welche weniger hilfreich?
- Wie steht es um meine Fähigkeit der Selbstregulation? Gelingt es mir, körperlich empfundene Anspannung wahrzunehmen und da sein zu lassen oder fühle ich mich schnell überwältigt und versuche aus der Körperempfindung zu flüchten?
- Kann ich unangenehme Gefühle zulassen oder bemerke ich, dass ich versuche eher auf der rationalen Ebene über diese Gefühle zu sprechen, sie erklärbar zu machen, um sie dadurch nicht fühlen zu müssen?
- Welche (ungesunden) Glaubenssätze und Verhaltensstrategien habe ich möglicherweise in meiner Kindheit erlernt, die mein Denken, Fühlen und Handeln immer noch tief prägen? Welchen Zweck haben diese Muster erfüllt, bzw. erfüllen sie noch?
- Welche Bindungserfahrungen habe ich gemacht? Welches Bindungssystem hat sich dadurch etabliert?
Meine Praxis befindet sich direkt gegenüber vom Volksgarten und ist damit besonders gut von der Südstadt und anderen Stadtteilen rund um die Kölner Innenstadt erreichbar.
Sollten Sie lieber eine Online Sitzung wünschen, so können Sie ebenfalls einen Termin über Zoom buchen
Liebe Interessent:innen: Aktuell kann es auf Grund hoher Auslastung zu etwas längeren Wartezeiten für eine erste Sitzung kommen als gewöhnlich.
Herzlich Willkommen in meiner Privatpraxis in Köln.
Mein Name ist Nadine Henz.
Als zertifizierte Systemische Coachin und ausgebildete Psychologische Beraterin, unterstütze ich Sie dabei, Ihre persönlichen Herausforderungen, Krisen und Beschwerden anzunehmen und die Persönlichkeit zu entdecken, die Sie wirklich sind.
Denn tief unter Ihren ausgeklügelten Schutz- und Bewältigungsstrategien verbirgt sich möglicherweise ein tief unsicherer, wütender, verletzlicher oder erschöpfter Teil, der darauf wartet von Ihnen wahrgenommen, akzeptiert und versorgt zu werden.
Wenn Sie bereit sind sich selbst zu begegnen, können Sie den inneren Kampf loslassen.
Dann gelangen Sie an einen inneren Ort einzigartiger Ressourcen, mit denen Sie sich mitsamt Ihrer unliebsamen Gefühle und Verhaltensweisen (aus-)halten können.
Sie werden Ihr eigener Fels in der Brandung.
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